1. Station - Schöpfung
Schöpfung Der Mensch beschaut das in der Schöpfung Gewordene und -
selber ein Teil davon - bestaunt die umfassende Schöpferkraft.
Rebecca Sala

Die Bildhauerin Rebecca Sala stellt in grosser Schlichtheit und auf eindrückliche Art und Weise dar, was Schpfung für sie bedeutet. Eine aus dunkelgrauem Basaltstein bearbeitete Säule zeigt ein staunendes Gesicht, dessen weiter Blick nach oben, zum Himmel geöffnet ist. Auf der Seite sind Worte der Länge nach in Stein gehauen, die von unbertreffbarer Tiefe sind. Das "Staunen" im Gesicht und das "Du" im Text sind Ausdruck einer Haltung, die von Ehrfurcht geprägt ist. Wie können wir anders von der Schöpfung reden als auf diese Weise? Die Schöpfung ist ein Geheimnis. Zwar sagt der erste Satz der Bibel, was der Grund dieses Geheimnisses ist: Gott, das grosse Du, das Gegenüber, der Andere, die Andere. Aber können wir das begreifen? Können wir verstehen, dass wir Teil der Schöpfung sind, Teil eines grossen Ganzen, Teil einer grossen Kraft, die alles in allem ist: Einheit und Vielfalt, Bewegung und Ruhe, Materie und Energie, Chaos und Ordnung? Wie anders kann man diese Tiefe verstehen, begreifen, erahnen als in einer Haltung des Staunens, des Suchens und des Fragens?

Der Stein der Schöpfung ist die erste Station auf dem Weg der Hoffnung. Zwischen Kirche und Friedhof ist sein Platz. Wie oft gehen Trauernde diesen Weg! Ihnen könnte der Stein der Schöpfung zum Stein der Ermutigung und des Trostes werden. Der Stein steht aber auch mitten im Leben. Menschen mit vollen Taschen, mit Verpflichtungen und Aufgaben vielleicht, getrieben von hektischer Eile, gehen an ihm vorber. Ihnen könnte er zum Stein des Anstosses und zur Frage werden. An ihm gehen wohl auch Menschen vorüber, die als Suchende unterwegs sind. Viele entdecken in den Worten des Schöpfungsgebetes, wonach sie suchen. Uns allen aber kann dieser Text zur Hoffnung werden:

Geliebte, allumfassende, schöpferische Kraft - Danke für die tiefe Verbundenheit in allem existierenden, die Du immer neu und unbegreiflich erschaffst - Lehre mich das Wunder zu spüren und weiterzutragen, um in Deinem Sinn Teil Deiner Einheit zu sein - Ich verehre Dich.

Roger Boerlin

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Rebecca Sala

*1968 in Basel. Bildhauerin

1985 86 Vorkurs Holz Gewerbeschule Basel
1989 90 Lehre als Steinbildhauerin, Teilnahme an 2 Lehrlingsausstellungen
1991 Berufsarbeit im Lehrbetrieb, Gemeinschaftsausstellung im Kannenfeldpark, Basel: Figuren aus der Welt der Mythen
1991 94 2. Berufsausbildung zur dipl. Bewegungspdagogin
1994 97 Arbeit als Bewegungspdagogin in Basel, "Abschiedsausstellung" mit bemalten Seidentüchern
1998 einige Monate Mitarbeit im Malsaal Theater Basel
1998 1999 Beginn einer berufsbegleitenden Ausbildung in traditioneller Chinesischer Medizin
seit 1998 Steinbildhauerin Fa. Bildhaueratelier P. Mesmer AG in Muttenz
Ende 1999 Abbruch der Ausbildung in traditioneller Chinesischer Medizin da der Wunsch keimt, in der bildhauerischen- und gestalterischen Richtung weiterzugehen
seit 2000 auf dem Weg

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